spartakuseinst

Zurück

Dies ist G o o g l e s Cache von http://www.uni-paderborn.de/Admin/corona/chris/Caesar_4.html.
Das Archiv von G o o g l e enthält Momentaufnahmen von Webseiten.
Unter Umständen wurde die Seite inzwischen verändert.Klicken Sie hier, um zur aktuellen Seite ohne Hervorhebungen zu gelangen.
Um einen Link oder ein Bookmark zu dieser Seite herzustellen, benutzen Sie bitte die folgende URL: http://www.google.com/search?q=cache:6fNHJ0Novj0C:www.uni-paderborn.de/Admin/corona/chris/Caesar_4.html+spartakus&hl=de&ie=UTF-8


Google steht zu den Verfassern dieser Seite in keiner Beziehung.
Diese Suchbegriffe wurden hervorgehoben:  spartakus 

4. Pompeius, Crassus und Spartakus.


Wir koennen Caesars Leben und Karriere nun getrost wieder verlassen und uns dem Geschehen auf der grossen politischen Buehne Roms zuwenden. Caesar durchlief in den naechsten Jahren die erwartungsgemaesse Aemterlaufbahn und tat sich kaum spektakulaer hervor. Aus dem Krieg mit Spartakus fehlt sogar jede Nachricht ueber sein Wirken.

Im Gegensatz zu Caesar, der einige kleinere (eigenmaechtige) Kommandos in Kleinasien fuehrte, sollte ein anderer ungesetzliche Kommandos von ganz anderem Kaliber fuehren und sich zur bestimmenden Persoenlichkeit in Rom aufschwingen, naemlich Gnaeus Pompeius. Dieser wurde 106 geboren und foerderte schon in jungen Jahren bedenken- und skrupellos die eigene Karriere. Wir haben ihn schon erlebt, wie er im Jahre 83 ohne Legitimation aus Privatmitteln eine Truppe zusammenstellte und sie dem in Italien einfallenden Sulla zur Verfuegung stellte. Dieser glaubte jede Unterstuetzung noetig zu haben und begruesste den dreiundzwanzigjaehrigen (selbsternannten) General als "Imperator", also mit dem gleichen Titel, den Sulla selber fuehrte. Pompeius ging allerdings noch wesentlich weiter, um seine Karriere voranzutreiben: der Unterschlagung angeklagt, brachte er den Prozess zu einen fuer ihn erfolgreichen Abschluss, indem er die Tochter des Gerichtsvorsitzenden heiratete. Die junge Frau, Antistia, verstiess er ungeruehrt, als Sulla es von ihm verlangte (anders als Caesar, der sich weigerte seine Frau zu verstossen). Stattdessen wurde Pompeius mit Sullas schwangeren Stieftochter Aemillia vermaehlt. Auf diese Art und Weise nun irgendwie miteinander verwandt, unterstuetzte Sulla die Karriere seines jungen Schuetzlings bedenkenlos. Er schickte ihn als Propraetor nach Afrika, um die Reste der Marianer zu bekaempfen, allerdings voellig ausserhalb des von Sulla selbst ersonnen Mindestalter fuer einen Propraetor.

Man kann dem Pompeius eine Menge vorwerfen; nicht aber dass er kein guter General gewesen waere. In Afrika 81/80 kaempfte er ausserordentlich erfolgreich gegen die hierhin geflohenen Reste der Marianer. Seine Soldaten nannten ihn bald darauf Magnus, "den Grossen". Noch Sulla selbst musste dem jungen Imperator bei seiner Rueckkehr nach Rom einen Triumph, also einen feierlichen Einmarsch, welcher eigentlich nur hohen und verdienten Magistraten zustand, zugestehen. Sulla hatte nun mittlerweile offenbar genug von seinem ehrgeizigen Zoegling, welcher es als einziger wagen konnte, offen gegen ihn zu opponieren. Noch gegen Sullas Willen kandidierte der siebenundzwanzigjaehrige, inzwischen schon verglichen mit Alexander dem Grossen, den das Volk sosehr liebte, fuer das Consulat. Pompeius Wahlhilfe fuer Aemelius Lepidius bezeichnete Sulla sogar als "dummen Bubenstreich", allerdings ohne damit viel zu erreichen. Als Lepidus (Sulla ist schon begraben) 77 mit den vom Dictator enteigneten und revoltierenden Bauern von Faesulae gemeinsame Sache machte, ein Heer sammelte und dem Beispiel Sullas, Cinnas und Marius folgend auf Rom zog, stellte sich ihm sein einstiger Unterstuetzer Pompeius entgegen. Mittlerweile neunundzwanzig, erhielt Pompeius erneut als Privatmann ein Imperium und schlug Lepidus vernichtend.

pompeius.jpg14K

Pompeius "Magnus", der Grosse, ein skrupelloser Karrieremensch.

Der geflohene Lepidus starb bald darauf auf Sardinien. Pompeius allerdings weigerte sich, sein Heer aufzuloesen, sondern verlangte ein Kommando gegen den in Spanien sitzenden Marianer Sertorius.

Dieser war ganz im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen ein Ehrenmann und ein so faehiger Offizier, dass es ihm als einzigen, zusammen mit Caesar, gelang, dem Pompeius Paroli zu bieten, oder ihn sogar zu schlagen. Er stammte aus einer ritterlichen Familie und wurde bald ein guter Soldat unter Marius, als dieser gegen die Kimbern und Teutonen antrat. Daraufhin wurde Sertorius Kriegstribun in Spanien, wo er sich wohl die guten Verbindungen schaffte fuer seine spaetere Revolution in diesem Lande. 88 verhinderte Sulla seine Kandidatur zum Volkstribunat, was Sertorius ihm nie vergessen wuerde. 83 war Sertorius Praetor und kaempfte im Buergerkrieg gegen Sulla. Als dieser sich durchsetzte, floh Sertorius nach Spanien, von wo er 81 nach Afrika vrtrieben wurde. Schon im Jahre 80 wurde er von den Lusitanern (eine Volksgruppe, die die roemische Herrschaft in ihrer existierenden Form offenbar satt war) zurueckgerufen und begann zielstrebig damit, eine Gegenherrschaft aufzubauen. Seit 79 trieb er die vom Senat in Rom entsendeten Statthalter vor sich her. Sie konnten seinen Vormarsch nicht aufhalten. Nun wurde Sertorius zur echten Gefahr fuer die sullanische Oligarchie und deren Restaurationsbestrebungen in Rom, denn er begann damit, sich eine verlaessliche Hausmacht aufzubauen. Unzufriedene und Marianer begaben sich zu ihm nach Iberien. Sertorius kopierte sogar das politische System Roms, indem er einen spanischen Senat erschuf und Aemter wie die Quaestur und Praetur einfuehrte, die er mit seinen Freunden und Unterstuetzern besetzte.

77 ging Pompeius, im Besitz eines illegalen Imperiums (s.o.), nun endlich nach Spanien, um dem Sertorius zu zeigen, was es bedeutete, Rom herauszufordern. Sein Feldzug begann recht erfolgreich, denn auf dem Weg nach Spanien unterwarf er die Salluvier (franzoesische Provence). Doch sein Kampf mit Sertorius artete zu einem zaehen Ringen aus, was sich ueber mehrere Jahre hinzog. Im Jahre 75 traf er bei Sagunt auf das roemisch-keltische Heer des Sertorius (die Einheimischen unterstuetzten wie gesagt Sertorius, was dem Pompeius die Kriegsfuehrung erschwerte) und kam ueber ein Unentschieden nicht hinaus. Im spaeteren gelang es Pompeius zwar, ab und an die Initiative an sich zu reissen, allerdings konnte er Sertorius nicht schlagen.

Zurueck nach Rom, wo sich die mit der sullanischen Restauration scheinbare eingekehrte Ruhe als truegerisch erwies. Schon seit 76 wurde oeffentlich fuer eine Wiederherstellung des Volkstribunats mit all seinen Vollmachten agitiert. 75 wurde durch ein Gesetz des Consuls C. Aurelius Cotta (Caesars Mutter war dessen Cousine) den Volkstribunen die Aemterlaufbahn wieder erlaubt, was einer Aussetzung eines Teiles der Sullanischen Reformen gleichkam.

Nicht nur der vor sich her duempelnde Krieg gegen Sertorius in Spanien aber schuerte die Unzufriedenheit der roemischen Bevoelkerung, sondern auch das Unwesen, das die kilikischen Seeraeuber trieben. Diese hatten ihre Stuetzpunkte in Kleinasien und organisierten sich in fast staatlicher Form. Die Flotten der Seeraeuber beherrschten die Meere, sie unternahmen tolldreiste Ueberfaelle. Etliche reiche Kuestenstaedte wurden (mehrmals) ausgeraubt. Gefangene Roemer liess man nur gegen hohes Loesegeld entkommen, oder aber sie wurden sogleich ermordet. Am schlimmsten aber traf die Roemer die Unterbindung ihrer Kornlieferungen aus Afrika. Von den katastrophalen Zustaenden der italischen Agrarwirtschaft wurde bereits berichtet (Enteignung, Kriege, Revolten, Proskription), womit klar wird, das der italische Bauer wohl kaum dazu in der Lage war die Hauptstadt mit genuegend Getreide zu versorgen. Ueberhaupt platzte diese Hauptstatadt seit den Anfaengen der roemischen Revolution aus allen Naehten. Die durch die Sklavenflut auf den entstandenen Grossgrundbesitzen vertriebenen Bauern draengten sich in die Hauptstadt, wo sie hofften, Arbeit zu finden. Veteranen weniger erfolgreicher Feldherren fristeten auf den Strassen ein kaergliches Dasein. Auch Sklaven gab es in Rom selbstverstaendlich zu zehntausenden. Wenn einer floh, so brauchte er nicht gleich die Stadt verlassen, sondern begab sich in die ueberbevoelkerten Armutsviertel, vergleichbar mit den heutigen Ghettos amerikanischer Grosstaedte, und tauchte hier unter. Dieses ganze Proletariat, "der Poebel", wurde durch verguenstigte oder gratis Kornlieferungen versorgt. Zu welch einer Explosion es in der Hauptstadt bei laengerem Ausbleiben der Kornlieferungen aus den Kolonien gekommen waere, mochten sich die Senatoren gar nicht ausdenken.

Eben jene Kornlieferungen bedrohten allerdings die kleinasiatischen Piraten, weshalb sich der Senat zum Handeln gezwungen sah. Schon 78-75 hatte P.Servilius die Kilikier im Auftrag des Senats heimgesucht (Caesar diente einige Wochen unter ihm) und war recht erfolgreich gewesen. Er konnte Seeraeuberfestungen zerstoeren und besiegte im Inneren Kilikiens die Isaurer, wofuer er den Ehrernnamen Isauricus erhielt. Damit waren die Seeraeuber aber noch laengst nicht am Ende; fuer jeden Kopf, den der Isauricus der beutehungrigen Meute abgeschlagen hatte, schienen fuenfzig nachzuwachsen. Schon im Jahre 74 wurde M. Antonius mit einem Kommando mit Sondervollmachten gegen die Piraten ausgestattet (die mittlerweile auch auf Kreta sassen). Er fuehrte drei Jahre Krieg gegen die Seeraeuber, ohne sie entscheidend schlagen zu koennen und erlitt schliesslich vor Kreta eine schmerzhafte Niederlage gegen die Piraten. Er musste Frieden schliessen.

In den Jahren 74-70 musste Rom allerdings noch weitere Hiobsbotschaften aushalten. Nachdem Koenig Nikomedes von Bithynien sein Reich nach seinem Tod Rom vererbt hatte, fiel Mithridates, den wir aus den zwei vorhergehenden Kriegen Roms gegen ihn kennen, in Bithynien ein. Die Roemer ruesteten fuer den 3. Mithridatischen Krieg. L. Licinius Lucullus erhielt den Oberbefehl ueber die zweite roemische Armee (die erste stand unter Pompeius in Spanien gegen Sertorius), ausgestattet mit erheblichen Sondervollmachten. Er kaempfte zuerst recht erfolgreich, aber ohne durchschlagenden Ergebnisse.

Pompeius erhielt in Spanien endlich die lang erwartete Unterstuetzung, konnte die Offensive uebernehmen, Sertorius aber immer noch nicht entscheidend schlagen. In Rom selbst musste wegen der angespannte Lage ein Getreidegesetz von den Consuln eingebracht werden (73). Noch aber war noch nichts zu spueren, von dem Sturm, der bald ueber Italien selbst hereinbrechen wuerde, entfesselt durch den Ausbruch von nur 70 Gladiatoren aus Capua. Doch aus diesem Ausbruch wuerde sich der groesste Sklavenaufstand der roemischen Geschichte entwickeln.

Sklavenaufstaende waren fuer Rom uebrigens durchaus nichts Neues. Nebst einiger kleinerer Aufstaende in Italien selbst, war vor allem Roms erste Provinz Sizilien betroffen gewesen. Hier war es schon durch die Ausweitung der Sklavenwirtschaft nach dem 2. Punischen Krieg von 136-132 zu einem groesseren Aufstand gekommen, den Rom allerdings schliesslich beenden konnte. Doch 104-101 brach erneut ein gewaltiger Sklavenaufstand aus, ausgeloest durch die Weigerung des sizilischen Statthalters, die unrechtmaessig eingefuehrten Sklaven in die Freiheit zu entlassen. Wieder erreichten die Aufstandigen kurzzeitig Kontrolle ueber nahezu die ganze Insel, riefen einen Koenig aus und suchten Unterstuetzung im Ausland. Erst im Jahre 101 besiegte Consul Manius Aquilius die Sklaven und befriedete Sizilien.

Als man im Fruehjahr 73 von dem Ausbruch einiger Gladiatoren aus der Fechterschule von Capua hoerte, wird man in Rom nicht sonderlich beunruihgt gewesen sein. Schliesslich waren kleinere Aufstaende und Ausbrueche an der Tagesordnung, und dass die Gladiatoren dem Schicksal entrinnen wollten, vor den aufgepeitschten Volksmengen zur Belustigung ihr Leben geben zu muessen, war nur logisch. Die Gladiatoren, unter der Fuehrung eines gewissen Spartakus brachen wohl mit ca. 200 Mann aus der Elite-Schule von Capua aus, ueberwaeltigten das starke Wachpersonal, wobei allerdings nur ungefaehr siebzig Mann uebrig blieben. Die Gladiatoren wurden verstaerkt durch einige mutige entlaufene Sklaven und Vogelfreie, die wohl sowieso alle Hoffnung aufgegeben hatten. Von einem Sklavenaufstand kann aber noch keine Rede sein. Die Gladiatoren hatten allerdings das Glueck, dass ihnen eine kleinere Waffenlieferung aus Rom in die Haende fiel, was ihre spaerliche Ausruestung ergaenzte. In Rom brauchte man, wie schon gesagt, kaum etwas befuerchten. Dennoch wollte man den Aufstand beendigen, bevor er so recht ins Rollen kam. Der Senat entsendete den Propraetor C. Claudius Glaber mit 3000 Rekruten (die ausgebildeten Legionen befanden sich in Asien und Spanien). Dieser trieb Spartakus und seinen Haufen vor sich her, bis auf den Vesuv hinauf. Hier glaubte er die Sklaven von allen Verbindungen und gangbaren Wegen abgeschnitten zu haben und wollte nun abwarten, bis er die Sklaven ausgehungert hatte. Spartakus aber gab sich nicht so leicht geschlagen. Des Nachts seilten er und seine Maenner sich von einer Steilwand ab. Nicht einer blieb zurueck, der Letzte seilte die zusammengebuendelten Waffen ab. Dann fiel Spartacus mit seinen Maennern in das Lager des Claudius Glaber ein, der den arroganten Fehler begangen hatte, es nicht wie ueblich mit Holzpallisaden zu befestigen. Die veraengstigten Rekruten wurden aus dem Schlaf gerissen und waren ploetzlich mit einer Rotte konfrontiert, die zum Aeussersten entschlossen war. Nach kurzen Scharmuetzeln flohen die jungen Maenner in die Nacht. Auch Glaber entkam nur knapp.

Damit nahm eines der erstaunlichsten Ereignisse der Weltgeschichte seinen Lauf, der Slavenaufstand des Spartakus, welcher Rom an den Rand der Kapitulation brachte. In normalen Geschichtsbuechern findet man unter dem Spartakus-Aufstand nur einige wenige trockene Zeilen, die von einigen roemischen Niederlagen berichten und schliesslich von dem Scheitern der Sklaven. Damit aber wird Spartakus nicht die verdiente Aufmerksamkeit zuteil, denn er war ein militaerischer Anfuehrer mit aehnlichem Talent wie Hannibal, Alexander oder Pyrrhos. Dies ist der Grund, warum ich mich hier ausfuehrlich dem geheimnisvollen Gladiator widme, obwohl er fuer die Biographie Caesars weniger wichtig ist. Dennoch hat Spartakus diese Aufmerksamkeit verdient, er ist einer der wenigen Maenner, die wir noch heute als ruhmreich und ehrenvoll bezeichnen koennen. Ausserdem zeigt der Spartakus-Konflikt die Schwaechen und die Angreifbarkeit des angeblich so maechtigen roemischen Staates.

Woher kam Spartakus eigentlich? Eine gute Frage, die auch heute niemand mit Sicherheit zu beantworten vermag. Als gesichert kann gelten, dass er aus Thrakien stammte, was alle uns bekannten antiken Quellen bestaetigen. Was er jedoch in seiner Heimat gewesen ist, wissen wir ebensowenig, wie warum er als Gladiator nach Italien gehen musste. Die meisten antiken Chronisten setzen voraus, dass der Spartakus ein thrakischer Fuerst oder Fuerstensohn war. Dies koennte allerdings nichts weiter sein als Schadensbegrenzung, denn die etlichen Niederlagen roemischer Armeen gegen Spartakus Poebelheer, ueber die nur verschaemt berichtet wird, erscheinen ertraeglicher, wenn sie Rom durch einen thrakischen Edeling beigebracht wurden, den es durch ein unglueckliches Schicksal nach Italien verschlagen hatte. Ob Spartakus nun aber vielleicht nur Bauer, Haendler, Soeldner oder Dieb in seiner thrakischen Heimat gewesen ist, kann nicht mehr erwiesen werden. Fuer seine Abkunft als Fuerst, oder Fuerstensohn, spricht jedoch seine aussergewoehnliche Inteligenz, seine hohen Fuehrungsqualitaeten und seine offensichtliche Bewandertheit in Fragen der Kriegsfuehrung, die bestimmt jedem maennlichen Adeligen in seiner Ausbildung vermittelt wurde.

Wie wir schon gesehen haben, war der verschlagene Thraker nie um eine Kriegslist verlegen. Nachdem er einen ersten Sieg gegen roemische Truppen (von welcher Qualitaet diese auch immer gewesen waren) errungen hatte, erhielt er nun regen Zulauf aus unzufriedenen Sklaven der Umgebung. In kuerzester Zeit wuerde sich sein Trupp enorm vergroessert haben, und so konnte er auch die Sklaven innerhalb der Stadt Nola dazu bringen, ihm und seinem Heer die Tore zu oeffnen. Nola war eine schwerbefestigte Stadt, an der sich schon Hannibal die Zaehne ausgebissen hatte. Diese fiel nun jedoch der Pluenderung durch die wuetenden Sklaven anheim. Diese tobten durch die Strassen, pluenderten, mordeten und brandschatzten. Jahrzehntelang aufgestauter Hass entlud sich in einem grausigen Hinschlachten. Sklaven aus Nola zerrten ihre eigenen Herren vor die Tuer, um ihnen den Garaus zu machen. Antike Chronisten betonen erstaunlicherweise, dass sich diese Untaten zum Unwillen des Spartakus abspielten, der aber keine Moeglichkeit sah, seinen aufgebrachten Haufen zurueckzuhalten (der uebrigens wohl kaum schlimmer in Nola hauste, als Sullas roemische Soldaten 86 im eroberten Athen). Um die Zerstoerungen zu beenden, belog Spartakus seine Leute und liess das Geruecht verbreiten, das Praetor Publius Varinius, der mittlerweile vom Senat mit der Beendigung des Aufstandes beauftragt worden war, auf die Stadt anrueckte. Das Glueck ist mit dem Tuechtigen, und in diesem Falle mit dem Gnaedigen, denn Varinius rueckte ohne das Wissen des Spartakus tatsaechlich mit einem Heer auf Nola zu. So entkamen die Sklaven gerade noch rechtzeitig.

Spartakus organisierte seine Truppen auf hervorragende Art und Weise und setzte nun zu einem beispiellosen Siegeszug gegen roemische Verbaende an. Zwar stimmt es, dass die Roemer Spartakus zuerst nur zweitklassige Truppen entgegenstellten (die grossen Armeen waren schliesslich in Spanien und Asien), doch muss man bedenken, dass bei Spartakus Haufen ueberhaupt wohl kaum die Rede von einer "Armee" sein kann, setzte er sich schliesslich nur aus entlaufenen Sklaven aller Art, ohne Kampferfahrung zusammen. Dennoch schlug er im Sommer 73 erst Varinius Unterfeldherren Furius, der 3000 Mann kommandierte und wohl mit einem leichten Sieg gerechnet hatte. Entgegen den Erwartung kaempfte Spartakus Armee jedoch diszipliniert und taktisch geschickt. Die naechste Schlappe erlitt Varinius Legat Cossinius, der sorglos badete, waehrend Spartakus seine Truppen bei Salinae Heraclae auseinandernahm. Er floh in sein befestigtes Lager, welches Spartakus Truppen jedoch im Siegestaumel ueberrannten, wobei Cossinius getoetet wurde.

Mittlerweile war Varinius endlich mit einem groesseren Truppenaufgebot zur Stelle und schloss das Sklavenheer im Lager von Heraclea ein. Spartakus erkannte die Schwaeche seiner Position, wo er und seine Leute bald von jeglicher Versorgung abgeschnitten sein wuerden. Doch liess er seine Truppen weiterhin die Befestigungen ausbauen, so dass Varinius zufrieden glaubte, der Thraker wuerde sich auf eine laengere Belagerung einlassen. Des Nachts liess Spartakus Leichen als Waechter aufstellen und raeumte still und heimlich die Stellung. Erfolgreich fuehrte er seine Leute im Schutze der Nacht an den allzu sorglosen Roemern vorbei. Varinius, der zuerst nicht merkte, das er veralbert worden war, wurde erst misstrauisch, als nicht mehr die uebliche Geraeuschkulisse aus dem Sklavenlager, nur noch von Toten besetzt, zu hoeren war. Er eroberte das leere Lager und wird sich die Haare gerauft haben, als er feststellte, welchem Bock er aufgesessen hatte. Spartakus erwies sich allerdings erneut als ausserordentlich faehiger Anfuehrer und seine Kriegslist scheint nur vergleichbar mit den Tricks eines Hannibals, der 150 Jahre zuvor roemische Legionen auf aehnliche Art an der Nase herumgefuehrt hatte.

Spartakus eroberte noch 73 die Stadt Forum Anni, in der es wieder zu schweren Ausschreitungen und Metzeleien kam, erneut nicht gebilligt von Spartakus. Ende 73 holte sich endlich auch Varinius selbst eine blutige Nase gegen Spartakus und seinen Haufen. Um seine eigene Haut zu retten, musste er fliehen.

Im Jahre 72 kam es offenbar zum Streit im Sklavenlager, was uns zu der Frage bringt, aus welchen Voelkern sich das Heer des Spartakus wohl zusammensetzte. Inzwischen war es gewaltig angewachsen, manche antike Quellen sprechen von bis zu 200.000 Mann, was man aber nur schwerlich annehmen darf (allein die Versorgung waere wahrscheinlich unmoeglich gewesen). Geschichtlich anerkannt ist die Zahl von ca. 70.000 Sklaven, wobei dies allerdings auch nicht stimmen muss. Die grossen Sklavenschuebe nach Italien hatten nach dem siegreichen Ende des 2. Punischen Krieges begonnen (was allerdings schon fast anderthalb Jahrhunderte zuruecklag). In den letzten Jahrzehnten waren es vor allem Griechen und Kleinasiaten (nach dem Ende der ersten beiden Mithridatischen Kriege) gewesen, die man als Sklaven nach Rom importiert hatte. Auch Kelten aus Gallien und andere nordische Barbaren wurden in gewaltigen Kontingenten nach Italien transportiert (so zum Beispiel die von Marius geschlagenen Kimbern, Teutonen und Allobroger). Aus eben diesen Voelkern wird sich auch das Heer des Spartakus zusammengesetzt haben, zwischen denen es zu Spannungen kam.

Gerade die Kelten draengten darauf, die unter Druck geratenen Roemer weiterhin anzugreifen und im eigenen Lande zu bekaempfen. Sie waren eine Kriegerrasse, nur auf Kampf und Rache aus, weshalb sich etwa zehntausend von ihnen unter dem Krixos von der Hauptarmee abspalteten. Dieser Kelte war offenbar schon vorher ein Freund und Unterfuehrer des Spartakus gewesen, aber ebenso wie viele seiner Landsleute mit dem Plan unzufrieden, einfach aus Italien zu fliehen (der zu diesem Zeitpunkt sicherlich noch bestanden haben wird).

Rom fuhr, den Aufstand endlich ernst nehmend, nun schwerere Geschuetze auf. Die Consuln Cornelius Lentullus Clodianus und L. Gellius Poplicola wurden mit je zwei Legionen gegen die Sklaven ins Feld geschickt. Gelius Unterfuehrer Propraetor Q. Arrius verlor am Mons Garganos ein Scharmuetzel gegen die Kelten des Krixos. Diese allerdings nutzten ihren Sieg nicht, sondern betranken sich sinnlos im eroberten roemischen Lager. Arrius kehrte zurueck und rieb die betrunkenen Kelten fast voellig auf.

Nach diesem anfaenglichen Erfolg sollte es nun dem Spartakus an den Kragen gehen, der nach Norden, Richtung Alpen, und damit der Freiheit, zog. Lentullus zog vor dem Spartakus her, waehrend Gellius und Arrius aufzuholen versuchten, um den Spartakus in die Zange zu nehmen. Lentullus besetzte wichtige Bergpaesse des Appenins und haette somit nur auf die Ankunft Gellius warten muessen, damit sie Spartakus gemeinsam vernichten konnten. Dennoch hatte sich Spartakus Talent als General und die Kampfkraft des Sklavenheeres offenbar nicht bis zu Consul Lentullus herumgesprochen, denn dieser gab die Bergpaesse auf und griff Spartakus an. Er wurde vernichtend geschlagen und zur Flucht gezwungen. Inzwischen war Gellius herangeeilt und attackierte Spartakus Lager. Noch am selben Tag, an dem er die Legionen des Lentullus zerschlagen hatte, besiegte er auch Gellius, zweifellos eine herausragende militaerische Leistung und ein Beweis fuer die Zaehigkeit des Sklavenheeres.

Spartakus liess eine Totenfeier fuer den gefallenen Krixos ausrichten, bei der etwa 300-400 gefangene Roemer in Gladiatorenkaempfen gegeneinander antreten mussten. Dies wurde ihm von den Roemern immer zum Vorwurf gemacht und galt als Beispiel seiner Grausamkeit. Das sie damit nur selbst erlitten, was sie Spartakus und den unter ihm dienenden Voelkern schon seit Jahrzehnten in den Circussen und Arenen antaten, darauf kamen sie offenbar nicht.

Waehrend Arrius die zerschlagenen Legionen der beiden Consuln neu ordnete, zog Spartakus weiter nach Norden, bis in die voralpine Provinz Gallia Cisalpina. Erneut stellten sich ihm staerkste roemische Verbaende unter dem Statthalter C. Cassius Longinus und Praetor Cn. Manlius entgegen. Erneut obsiegte der Thraker und seine Sklaven.

Der Sieg war total, der Weg fuer die Alpenueberquerung war frei. Doch was tat Spartakus? Es schien unglaublich, aber es war wahr: am Ziel seiner Traeume kehrte Spartakus den rettenden Alpen einfach den Ruecken und fiel erneut in Italien ein. Was mag ihn dazu bewogen haben? Wir haben Spartakus bisher als besonnenen und aeusserst gewitzten Anfuehrer kennengelernt, also koennen wir davon ausgehen, dass er gute Gruende gehabt haben wird, umzukehren. Was fuer Gruende moegen dies gewesen sein? Darueber streiten sich schon seit Jahrhunderten die Gelehrten. Vielleicht war es so, dass ihn die eigenen Leute dazu draengten, umzukehren und die Roemer in die Knie zu zwingen (war man nicht bisher immer siegreich gewesen?). Diese waren schliesslich auch wirklich in einer aeusserst unguenstigen Lage: Pompeius kaempfte mit seinen Legionen in Spanien gegen Sertorius, Lucullus in Kleinasien gegen Mithridates. Die im eigenen Lande aufgestellten Legionen waren geschlagen. Gerade die Kelten, die im Heer des Spartakus geblieben waren, mochten darauf gedraengt haben, denn fuer sie war der Kampf gegen die Roemer sowieso das Lebensziel. Doch auch die Griechen, Thraker und Kleinasiaten mochten nun vielleicht von der einstmals so erwuenschten Heimkehr absehen. Was hatte man auch zu erwarten? Waren die Alpen erstmal ueberschritten, so wuerden die starken Kelten nach Gallien gehen. Das Restheer haette durch die roemische Provinz Illyricum nach Hause ziehen muessen. Selbst wenn sie den langen Marsch in ihre Heimatgebiete geschafft haetten, so waeren sie auch dort auf roemische Vorherschaft gestossen und Lukullus, der mit einem starken Heer gegen Mithridates kaempfte, haette die aufruehrerischen Sklaven, die es gewagt hatten, halb Italien zu verwuesten, sicherlich gerne gebuehrend in Empfang genommen.

Vielleicht hatte Spartakus jetzt aber doch der eigene Ehrgeiz dazu gebracht die Umkehr zumindestens zu begruessen. Auf jeden Fall war er mit ganzem Herzen dabei, ebenso wie sein Heer. Schnell marschierte man auf Rom und traf bei Picenum auf die gerade neuorganisierten roemischen Legionen, vermutlich unter dem gemeinsamen Befehl von Lentullus, Gellius und Arrius. Wiederrum erlebten die drei eine Schlappe. Vor Rom hielt sich das Sklavenheer allerdings nicht lange auf. Spartakus schreckte offenabr wegen der schwierigen Versorgungslage und der internen Disziplinlosigkeit seiner Truppen vor einer laengeren Belagerung zurueck, womit er vor den Toren der Hauptstadt ebenso eine schnelle Beendigung des "Krieges" (als solchen koennen wir die Kaempfe mittlerweile betrachten) verpasste, wie vor ihm Hannibal. Alledings sollte es nach Spartakus fast ein halbes Jahrtausend dauern, bis wieder feindliche Truppen vor Rom standen, naemlich Alarichs Westgoten in der ersten Dekade des vierten Jahrhunderts nach Christus. Statt Rom anzugreifen, eroberten die Sklaven Thurii, diesmal allerdings ohne die ueblichen Pluenderungen. Auch mehrere roemische Truppenabteilungen wurden von Spartakus Verbaenden geschlagen. Sein Heer wird ueber 60.000 bis 120.000 Mann verfuegt haben.

In Rom war inzwischen niemand mehr scharf auf ein Kommando gegen den listigen Spartakus, der dennoch nichts weiter anfuehrte, als einen Haufen aufstaendiger Sklaven (grosser Ruhm war also kaum zu ernten). In diesem Moment betrat ein alter Bekannter erneut die politische Buehne Roms, um es aus einer grossen Verlegenheit zu retten.

M. Licinius Crassus wurde zum Praetor und uebernahm freiwillig das Kommando der Truppen gegen Spartakus. Er war 115 geboren worden und lag somit schon einige Jahre gegenueber seinem Konkurrenten Pompeius (geboren 106) zurueck. Jetzt endlich witterte er die Moeglichkeit, wieder gross in die Politik einzusteigen. Unbeliebt hatte Crassus sich durch sein gieriges Verhalten waehrend der Zeit der sullanischen Proskriptionen gemacht, wo er gewaltige Besitztuemer der verfolgten Popularen an sich raffte, teilweise mit Wertverlusten bis zu 3000 Prozent! Doch der umtriebene Crassus hatte noch andere Ideen, um zu Geld zu kommen. Er beschaeftigte eine Feuerloeschtruppe in Rom. Hier kam es in den ueberbevoelkerten Armutsvierteln oft zu Braenden und kaum, dass ein Feuer ausgebrochen war, war Crassus Feuerloeschtruppe auch schon zur Stelle (was zu der Vermutung fuehrte, dass manche dieser Feuer nicht zufaellig ausbrachen). Den aufgebrachten Besitzern konnte Crassus die verkohlten Ueberreste meistens noch am gleichen Tag zum Spottpreis abschwatzen, woraufhin er die Gebaeude notduerftig wiedererrichtete und weitervermietete. So wurde er zum groessten Immobilienbesitzer Roms und einer der reichsten Maenner der Republik.

Bei seinem militaerischen Kommando gegen Spartakus sollte nun nichts schiefgehen, weshalb er zu drakonischen Massnahmen seinen Truppen gegenueber griff. Der Thraker besiegte naemlich kurz nach Crassus Kommandouebernahme einen roemischen Untefuehrer, Mummius, der zwei Legionen kommandierte, waehrend Crassus dank seiner finanziellen Mittel sogar sechs Legionen ausheben konnte. Die besiegten Truppen mussten die Decimation ueber sich ergehen lassen. Das heisst, dass durch Lose ziehen jeder zehnte aus der Truppe, die durch die Niederlage Schande ueber sich gebracht hatte, ausgewaehlt und hingerichtet wurde (unser heutiges Wort "dezimieren" stammt von dieser rabiaten Massnahme, zu der roemische Feldherren nur in absoluten Notsituationen griffen). Doch das harte Durchgreifen des Crassus sollte sich lohnen. Von nun an, wussten die Legionaere um was es ging, wenn sie gegen die Sklaven antraten und brachten diese bald auch an den Rand der Niederlage.

Spartakus, ein offenes Treffen scheuend, zog sich nach Sueditalien zurueck und liess sich im Winter 72/71 in der Stiefelspitze Italiens, in Kalabrien, von Crassus Heer einschliessen. Dieser draengte allerdings auch nicht auf eine Endschlacht, sondern wollte den Hunger das Problem des Sklavenaufstandes von selbst loesen lassen. Seine Soldaten hoben einen gewaltige Graben von Kueste zu Kueste aus. Mit dieser gewaltigen Energieleistung wurden die Sklaven vom Land abgeschnitten und hatten im Ruecken nur noch die See. Dort allerdings lag das reiche und anfaellige Sizilien, auf dem es immer noch gaerte, trotz der Beendigung der Sklavenaufstaende von 136 (-132) und 104 (-101). Das Meer schien ein unueberwindliches Hindernis zu sein, weshalb Spartakus Verbindungen zu den kilikischen Seeraeubern knuepfte, offenbar schon waehrend er sich von Crassus in den Sueden abdraengen liess. Diese sackten zwar eine reichliche Vorrauszahlung ein, hielten aber ihren Teil des Vertrages nicht. Sie erschienen nicht vor der Kueste Kalabriens, um die Sklaven nach Sizilien ueberzusetzen. Warum sie Spartakus betrogen, ist unbekannt. Obwohl sie eine grosse Belohnung erhalten haetten, scheuten sie wohl den gewaltigen Zorn, den eine solche Unterstuetzung in Rom ausgeloest haette, denn den Zorn Roms haben nur wenige Voelker je ueberlebt.

Die Sklaven waren nun beinahe am Ende. Die karge Suedspitze Italiens war durch die Sklaven bald kahlgefressen worden, Hunger und Krankheiten machten sich breit. Spartakus versuchte durchzubrechen, doch die Befestigungen des Crassus hielten den Ausbruchsversuch der Sklaven auf, die angeblich 12.000 Mann verloren. Es sah so aus, als wuerden sich die Sklaven mit ihrem Schicksal abfinden und sich in den Tod ergeben. Crassus mag schon frohlockend nach Rom geblickt haben, wo man ihm fuer eine derartig unblutige Beendigung des gefaehrlichen Sklavenaufstandes gewiss einen Triumph gewaehrt haette. Doch in einer stuermischen Fruehjahrsnacht zu Beginn des Jahres 71 meldeten sich Spartakus und sein Sklavenheer in alter Frische und Kraft zurueck. Ein erneuter Durchbruchsversuch hatte Erfolg und das Heer des Thrakers zog pluendernd durch Italien bis nach Lukanien.

Crassus, der wohl die dunkelsten Tage seines Lebens durchlitt, bat den Senat Pompeius und Lukullus aus Spanien und Asien zurueckzurufen, um Spartakus endlich zu besiegen. Wie sehr er sich wohl spaeter ueber seine eigene Dummheit geaergert hat, koennen wir nicht sagen, aber offenbar hatte er seinen Schwermut schnell ueberwunden und er setzte alles daran, die Sklaven nun moeglichst schnell aus dem Weg zu raeumen, damit ihm die Heimkehrenden Heere nicht den Ruhm klauten.

Wie lang Spartakus die Roemer wohl noch auf Trab gehalten haette, wenn ihm die wilden Kelten nicht wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht haetten, koennen wir garnicht erst erahnen. Erneut schienen die Kelten mit der Art, wie Spartakus das Heer fuehrte, nicht mehr zufrieden zu sein. Die lange kampflose Zeit, hungernd eingeschlossen im aermlichen Kalabrien, liess sie offenbar die Lektion vergessen, die sie mit der Niederlage des Krixos haetten lernen sollen.

Die keltischen Anfuehrer Gannius und Castus wurden sogleich samt ihrer Truppen von Crassus im eigenen Lager ueberrascht und geschlagen. Der totalen Vernichtung entgingen sie allerdings nur, da Spartakus herangeeilt kam, um sie zu retten. Dennoch, scheinbar ohne jegliche Vernunft, bestanden sie auf das Bestehenbleiben der Trennung, was das Todesurteil fuer die Sklaven bedeuten sollte.

Spartakus lagerte im weiteren dennoch in der Naehe der Kelten, um sie bei Gefahr wieder retten zu koennen. Nun aber stellte auch Crassus unter Beweis, das er durchaus ein faehiger Kommandeur war. Des Nachts liess er heimlich den Grossteil seiner Truppen vom Hauptlager in ein Nebenlager verlegen und griff die Kelten dann des Morgens mit seiner gesammelten Streitmacht an. Er vernichtete sie und Spartakus, durch ueberrascht durch das taktische Maneuver seines Kontrahenten, kam zu spaet, um rettend Eingreifen zu koennen. Als er die aussichtslose Lage der Kelten erkannte, zog er sich zurueck, verfolgt von Crassus Unterfeldherr Quaestor Tremellius, welcher ihn angriff, und von den Sklaven geschlagen wurde.

Spartakus, der wieder nach Sueditalien fliehen wollte, wurde von seinen siegessicheren und uebermutigen Truppen zu einer Umkehr nach Lukanien gezwungen, das endgueltige Ende seines Aufstandes. Crassus erwartete die Schlacht ungeduldig, da Pompeius mittlerweile den Aufstand in Spanien beendet hatte. Sertorius, den Pompeius nie hatte schlagen koennen, wurde Opfer einer Verschwoerung im eigenen Lager. Er wurde von seinen Offizieren unter der Fuehrung des M. Perperna ermordet. Der unseelige Perperna unterlag dem Pompeius dann im selben Jahr (72) in der Entscheidungsschlacht in Spanien. Nachdem Pompeius die Reste der Aufstaendigen Iberer beseitigt hatte und die spanische Provinz neu geordnet hatte (wobei sich Pompeius ein grosses freundschaftliches Klientel schuf), zog er eiligst nach Italien, woher ihn der von Crassus initiierte Hilferruf erreicht hatte.

Spartakus traf bei Paestum auf die starken Verbaende des Crassus. Er soll sein eigenes Pferd niedergestochen haben und gesagt haben, wenn sie heute verloeren, wuerde er keins mehr brauchen und wenn sie gewaennen, haette er mehr Pferde, als er jemals brauchen wuerde. Er fuehrte persoenlich den Angriff auf das roemische Lager. Die heldenmutigen, aber durch den Abgang der Kelten geschwaechten Sklaven, unterlagen der drueckenden Uebermacht des Crassus. Nicht viele kamen lebend davon, 6000 gefangene Sklaven liess Crassus entlang der Via Appia in Richtung Rom kreuzigen. Ueber das Schicksal des Spartakus ist nichts weiter bekannt, auch die Roemer waren nicht in der Lage seine Leiche zu finden, oder ihn unter den Gefangenen zu identifizieren. Damit trat der Thraker ebenso gehemnisvoll ab, wie der damals aus dem Nichts aufgetaucht war, um das siegesgewohnte Rom in seinen Grundfesten zu erschuettern und etlichen roemischen Heeren Niederlagen beizubringen.

Crassus konnte seinen glanzvollen Sieg allerdings nicht voll auskosten. Der gerade in Italien eingetroffene Pompeius schlug 5000 entkommene Sklaven, der erbaermliche Rest des Spartakusheeres, und die roemsische Oeffentlichkeit, die dem Pompeius zu Fuessen lag, rechnete ihm den Sieg ueber die Sklaven an. Pompeius wurde ein Triumph zugestanden, waehrend sich Crassus mit einem kleineren Einzug zufriedengeben musste. Dennoch wuerden beide gemeinsam im Folgejahr das Consulat bekleiden und Caesar begann endlich seinen muehsmen Aufstieg zur Spitze der Macht.


Christian Ilaender, September 1996.

Caesar


Zurueck zur Hauptseite.




Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!